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ISO 6892-1: Was sie ist und wie Zugversuche an metallischen Werkstoffen durchgeführt werden

13.09.2026

Die mechanischen Eigenschaften eines metallischen Werkstoffs sind entscheidend, um dessen Verhalten zu verstehen und seine Eignung für die vorgesehene Anwendung zu bewerten. Um sie zuverlässig zu messen und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, müssen die Prüfungen nach definierten und international anerkannten Verfahren durchgeführt werden.

ISO 6892-1: Was sie ist und wie Zugversuche an metallischen Werkstoffen durchgeführt werden

Zu den wichtigsten Referenzen für Zugversuche an metallischen Werkstoffen gehört die ISO 6892-1, die das Prüfverfahren bei Raumtemperatur und die mechanischen Kennwerte festlegt, die durch den Test bestimmt werden können.

Im Allgemeinen besteht die Prüfung darin, einen Prüfkörper einer kontrollierten Zugbelastung zu unterziehen und sein Verhalten während des Tests zu erfassen. Aus den gewonnenen Daten lassen sich grundlegende Informationen zur Charakterisierung des Werkstoffs ableiten, darunter Werte zum Strecken, zur Zugfestigkeit und zur Dehnung. Es handelt sich daher um einen zentralen Test für Qualitätskontrollen, Werkstoffcharakterisierung und die Überprüfung der Leistungsfähigkeit.

Die aktuell gültige Fassung ist die ISO 6892-1:2019, die dritte Ausgabe der Norm, veröffentlicht im November 2019. Die Norm wurde einer systematischen Überprüfung unterzogen und im Jahr 2025 bestätigt, sodass sie weiterhin die aktuelle Ausgabe darstellt.

 

Was die Norm ISO 6892-1 ist

Die ISO 6892-1 ist die internationale Norm, die das Verfahren für Zugversuche an metallischen Werkstoffen bei Raumtemperatur spezifiziert und die mechanischen Eigenschaften definiert, die durch die Prüfung bestimmt werden können. Die Angabe der Temperatur ist wichtig, da die ISO-6892-Familie auch Normen für Prüfungen unter abweichenden Temperaturbedingungen umfasst.

Die Norm findet Anwendung auf verschiedene Typen metallischer Erzeugnisse. Zu den in der technischen Dokumentation von Galdabini genannten Produkten zählen Bleche und Platten, Drähte, Stäbe oder Stabquerschnitte sowie Rohre. Je nach geprüftem Produkt ändern sich die Geometrie des Prüfkörpers und einige Aspekte der Prüfdurchführung.

Das Befolgen eines standardisierten Verfahrens ist wesentlich, um zuverlässige und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten. Es reicht nicht aus, einen Prüfkörper einfach einer Zugbelastung zu unterziehen: verschiedene Elemente, die das Ergebnis beeinflussen können, müssen kontrolliert werden, von der Einspannung und der Ausrichtung des Probekörpers bis zur Messung von Kraft und Dehnung. 

Was die ISO 6892-1 festlegt

Die Norm definiert damit einen gemeinsamen Rahmen für die Durchführung des Zugversuchs. Der Prüfkörper wird korrekt in der Prüfmaschine positioniert und eingespannt und anschließend unter den vorgegebenen Bedingungen der Zugbelastung ausgesetzt, bis zum Bruch. Während des Tests werden die Daten erfasst, die zur Bestimmung der mechanischen Kennwerte des Werkstoffs erforderlich sind. Die ISO 6892-1 sieht zudem zwei Regelarten für die Prüfgeschwindigkeit vor, die als Methode A und Methode B bezeichnet werden.

Die korrekte Durchführung gewinnt besonders an Bedeutung, wenn sich Form und Eigenschaften der Probe ändern. Ein dünner Metalldraht weist beispielsweise andere Einspannungsprobleme auf als ein Blech; ebenso kann ein Rohr aufgrund von Durchmesser, Wanddicke und Geometrie spezielle Maßnahmen erfordern. Deshalb muss die Universalprüfmaschine entsprechend mit geeigneten Spannsystemen und Messmitteln für die jeweilige Anwendung konfiguriert werden.

Welche mechanischen Kennwerte bestimmt werden können

Der Zugversuch ermöglicht die Beobachtung, wie der Werkstoff reagiert, während er schrittweise belastet wird, und die Bestimmung verschiedener mechanischer Kennwerte. Zu den von Galdabini für Prüfungen nach ISO 6892-1 angegebenen Werten gehören diejenigen zum Streckverhalten (Rp, ReH und ReL), zur Zugfestigkeit (Rm) und zur Dehnung (A und Agt).

Diese Ergebnisse erlauben eine quantitative Beschreibung des Verhaltens des Werkstoffs unter Zugbeanspruchung und stellen wichtige Informationen für industrielle und laborseitige Tätigkeiten dar. Die Präzision der Maschine, des Dehnungsmesssystems und der Datenerfassung spielt daher eine grundlegende Rolle: Ziel ist es nicht allein, den Prüfkörper zum Bruch zu bringen, sondern messbare, reproduzierbare und nach einem gemeinsamen Verfahren interpretierbare Daten zu erhalten.

 

Wie ein Zugversuch nach ISO 6892-1 abläuft

Ein Zugversuch nach ISO 6892-1 besteht darin, einen metallischen Prüfkörper einer zunehmend kontrollierten Zugkraft auszusetzen und sein Verhalten bis zu den in der Prüfung vorgesehenen Bedingungen zu erfassen, in der Regel bis zum Bruch. Während des Tests erfasst die Maschine die Werte, die zur Bestimmung der mechanischen Kennwerte des Werkstoffs erforderlich sind, indem sie die aufgebrachte Kraft mit der Dehnung des Prüfkörpers in Beziehung setzt.

Die korrekte Durchführung erfordert jedoch weit mehr als die reine Anwendung einer Belastung. Vorbereitung und Geometrie des Prüfkörpers, Einspannsystem, Ausrichtung, Messung von Kraft und Dehnung sowie die Regelung der Prüfgeschwindigkeit können die Qualität des Ergebnisses beeinflussen. Aus diesem Grund legt die ISO 6892-1 ein gemeinsames Verfahren fest, das darauf abzielt, die Messungen zuverlässig und vergleichbar zu machen.

Vorbereitung und Positionierung des Prüfkörpers

Ausgangspunkt ist der metallische Prüfkörper. Seine Form hängt vom Ausgangsprodukt und der Anwendung ab: Zum Beispiel können Prüfkörper aus Blechen, Stäben, Drähten oder Rohren entnommen werden. Die Eigenschaften der Probe beeinflussen auch die erforderliche Konfiguration zur ordnungsgemäßen Durchführung des Tests.

Der Prüfkörper wird daher in die Maschine eingesetzt und mittels geeigneter Spannsysteme fixiert. Ein besonders wichtiger Aspekt ist die korrekte axiale Ausrichtung, um Biegeeinflüsse zu minimieren, die die Prüfergebnisse verfälschen könnten. Die Auswahl der Spannbacken und des Zubehörs muss zudem der Geometrie und den Eigenschaften der Probe entsprechen.

Anwendung und Regelung der Zugbeanspruchung

Nach der Vorbereitung übt die Maschine schrittweise die Zugkraft aus. Während dieses Abschnitts ändert sich das Verhalten des Werkstoffs mit zunehmender Belastung, und die für die spätere Bestimmung der mechanischen Kennwerte erforderlichen Daten werden erfasst.

Ein relevanter Punkt der ISO 6892-1 betrifft gerade die Regelung der Geschwindigkeit, mit der die Prüfung durchgeführt wird. Die Norm sieht zwei Modi vor, die als Methode A und Methode B bezeichnet werden. Die Methode A basiert auf der Regelung der Dehnungsgeschwindigkeit, während die Methode B auf der Regelung der Belastungsgeschwindigkeit beruht. Die Wahl und die korrekte Anwendung der Methode sind besonders wichtig, da die Prüfgeschwindigkeit die ermittelten Werte bestimmter Werkstoffeigenschaften beeinflussen kann.

Messung der Dehnung

Um das Verhalten des Werkstoffs zu verstehen, genügt die Kenntnis der aufgebrachten Kraft nicht: Es ist notwendig zu messen, wie sich der Prüfkörper während der Prüfung verformt. Hier kommt das Extensometer ins Spiel, das Instrument zur präzisen Erfassung der dimensionalen Veränderungen der Probe.

Die am besten geeignete Technologie kann je nach Werkstoff und Geometrie des Prüfkörpers variieren. Bei Galdabini-Anwendungen für Metalldrähte werden beispielsweise unterschiedliche Extensometerlösungen vorgesehen, und bei besonders dünnen Drähten kann ein Video-Extensometer eingesetzt werden, das eine berührungslose Messung ermöglicht.

Erfassung und Auswertung der Ergebnisse

Während des Versuchs werden Kraft und Dehnung erfasst und analysiert, um die vorgesehenen mechanischen Kennwerte zu bestimmen. In dieser Phase müssen Maschine, Messinstrumente und Software koordiniert zusammenarbeiten: Die Zuverlässigkeit des Ergebnisses hängt von der gesamten Messkette ab, nicht von einer einzelnen Komponente.

Die gesammelten Daten erlauben die Bestimmung von Werten wie Streckverhalten, Zugfestigkeit und Dehnung, wodurch eine quantitative Beschreibung des Werkstoffverhaltens geliefert wird. In den Galdabini-Lösungen wird die Prüfsoftware zur Programmierung und Steuerung des Tests, zur Überwachung der Ergebnisse sowie zur Verarbeitung und Archivierung der erfassten Daten eingesetzt.

Der Zugversuch nach ISO 6892-1 wird so zu einem vollständigen Prozess aus kontrollierter Kraftanwendung, Dehnungsmessung und Ergebnisanalyse. Eine korrekte Konfiguration von Maschine, Zubehör und Messsystemen ist wesentlich, um verlässliche Daten zu erhalten, die mit dem in der Norm vorgesehenen Verfahren übereinstimmen.

 

Welche Werkstoffe und Produkte nach ISO 6892-1 geprüft werden können

Die ISO 6892-1 betrifft Zugversuche an metallischen Werkstoffen bei Raumtemperatur und kann auf Proben angewendet werden, die aus Produkten mit unterschiedlichen Eigenschaften und Geometrien gewonnen werden. Bleche, Stäbe, Drähte und Rohre können dementsprechend geprüft werden, wobei jeweils eine Konfiguration gewählt werden muss, die den Eigenschaften der Probe entspricht.

Die Geometrie des Produkts ist ein nicht zu vernachlässigender Aspekt. Das Prüfprinzip bleibt das von der Norm definierte, aber die Art und Weise, wie die Probe vorbereitet, eingespannt und gemessen wird, ändert sich. Daher muss eine Universalprüfmaschine mit geeignetem Zubehör und Messsystemen für die spezifische Anwendung konfigurierbar sein.

Bleche und Metallplatten

Platten und Bleche stellen eine der Anwendungen der Zugprüfung nach ISO 6892-1 dar. Aus dem Produkt wird der für den Test bestimmte Prüfkörper entnommen, in der Maschine eingespannt und schrittweise belastet.

Die Prüfung ermöglicht die Bestimmung mechanisch relevanter Kennwerte zur Charakterisierung des Werkstoffs und zur Überprüfung seines Verhaltens, darunter Werte zum Strecken, zur Zugfestigkeit und zur Dehnung. Diese Informationen sind besonders wichtig, wenn die Eigenschaften des Materials vor dessen Verwendung in nachfolgenden industriellen Prozessen bekannt und kontrolliert sein müssen.

Stäbe und Querschnitte

Die ISO 6892-1 kann auch auf Stäbe und Stabquerschnitte angewendet werden. Auch hier sind die korrekte Vorbereitung und Positionierung des Prüfkörpers entscheidend, um unerwünschte Belastungen zu vermeiden, die die Ergebnisse beeinflussen könnten.

Die Maschinenkonfiguration muss unter Berücksichtigung der Eigenschaften der Probe, der erforderlichen Kraft und der zu bestimmenden Kennwerte gewählt werden. Die Verfügbarkeit von Universalprüfmaschinen mit unterschiedlichen Kapazitäten ermöglicht es, das System an die Abmessungen und mechanischen Eigenschaften des zu prüfenden Werkstoffs anzupassen.

Metalldrähte

Metalldrähte sind eine besonders interessante Anwendung, da ihre Geometrie spezifische Anforderungen sowohl an die Einspannung als auch an die Dehnungsmessung stellt. Galdabini widmet der Zugprüfung von Metalldrähten nach ISO 6892-1 eigene Anwendungen und weist darauf hin, dass je nach Merkmalen der Probe unterschiedliche Lösungen erforderlich sein können.

Um ein Durchrutschen des Drahtes während des Tests zu verhindern, können spezielle Einspannsysteme zum Einsatz kommen. Auch die Wahl des Extensometers hängt vom Durchmesser und den Eigenschaften des Drahtes ab: Für sehr dünne Proben empfiehlt Galdabini unter anderem den Einsatz eines Video-Extensometers, das die Dehnung berührungslos messen kann.

Rohre und Rohrleitungen

Auch Rohre und Rohrleitungen können Zugversuchen nach ISO 6892-1 unterzogen werden. In diesem Fall erfordern Geometrie, Durchmesser und Wandstärke besondere Sorgfalt bei der Probenvorbereitung und bei der Auswahl des Systems zur korrekten Einspannung während des Tests.

Galdabini stellt spezifische Anwendungen für die Zugprüfung von Rohren vor und verweist neben der ISO 6892-1 auch auf andere in der Branche verwendete Normen, darunter ASTM A370, API 5L und ISO 3183. Dies verdeutlicht, dass in industriellen Anwendungen die Prüfkonfiguration nicht nur in Abhängigkeit vom Material, sondern auch vom Produkt und der anwendbaren technischen Norm bewertet werden muss.

Die Vielfalt der prüfbaren metallischen Produkte zeigt deshalb, warum es angemessener ist, von einem prüfsystemspezifisch konfigurierten Prüfaufbau zu sprechen, statt nur von der Maschine. Rahmen, Belastungskapazität, Spannzeuge, Extensometer, Zubehör und Software tragen gemeinsam zur korrekten Durchführung des Tests bei.

 

Welche Galdabini-Maschinen Prüfungen nach ISO 6892-1 ausführen können

Zur Durchführung eines Zugversuchs nach ISO 6892-1 ist der Einsatz einer Universalprüfmaschine erforderlich, die entsprechend dem Werkstoff, den Abmessungen des Prüfkörpers, der erwarteten Last und den zu messenden Größen konfiguriert ist. Es reicht daher nicht aus, nur die maximale Kapazität der Maschine zu berücksichtigen: Einspannsysteme, Kraftmessung, Extensometrie und Software müssen zur ordnungsgemäßen Durchführung der Prüfung beitragen.

Galdabini entwickelt Universalprüfmaschinen (UTM) für Zug-, Druck-, Biege- und andere mechanische Prüfungen an Werkstoffen. Für Anwendungen an Metallen nennt das Unternehmen Lösungen mit Kapazitäten zwischen 5 und 1.200 kN, die je nach Prüfanforderung mit verschiedenen Zubehörteilen und Messsystemen konfiguriert werden können. Die ISO 6892-1 wird von Galdabini ausdrücklich unter den Standards genannt, die für Zugprüfungen an metallischen Werkstoffen relevant sind.

Quantum Mate für Zugprüfungen an Metallen

Zu den Maschinen, für die Galdabini ausdrücklich die Anwendung bei Metallprüfungen empfiehlt, zählt Quantum Mate, eine servohydraulische Universalprüfmaschine, die mit einer Kapazität von 300, 600 und 1.000 kN erhältlich ist. In den zugehörigen technischen Daten gibt Galdabini die Maschine für Zugprüfungen an Metall nach ISO 6892 Typ 1 und 2 sowie ASTM E8 an.

Die Konstruktion ist auf Prüfungen mit hohen Lasten ausgelegt, und die Maschine kann je nach Anwendung mit verschiedenem Zubehör ausgestattet werden. Die Systemkonfiguration kann Einspannsysteme und Extensometer umfassen, die anhand des Materials und des zu prüfenden Prüfkörpers ausgewählt werden.

Gerade dieser Aspekt ist wichtig in Bezug auf die Konformität mit ISO 6892-1: Die Universalprüfmaschine bildet das Herz des Prüfsystems, aber die Gesamtkonfiguration muss an die auszuführende Prüfung angepasst sein.

Eine Bandbreite an Maschinen, konfigurierbar je nach Prüfung

Neben den servohydraulischen Lösungen für höhere Lasten verfügt Galdabini über Universalprüfmaschinen mit unterschiedlichen Kapazitäten, die für die Charakterisierung verschiedener Werkstoffe und Bauteile vorgesehen sind. Die Auswahl der geeigneten Lösung muss daher von den realen Prüfbedingungen ausgehen: Material, Geometrie des Prüfkörpers, erforderliche Kraft, zu messende Dehnung und anzuwendende Norm.

Daher ist es nicht ratsam, die Konformität zur ISO 6892-1 automatisch einer gesamten Maschinenfamilie zuzuschreiben, ohne deren Konfiguration zu berücksichtigen. Ein Prüfen eines dünnen Metalldrahts kann beispielsweise andere Einspann- und Messsysteme erfordern als ein Test an einem Stab oder an einem aus einem Blech entnommenen Prüfkörper. Gleiches gilt für Rohre und andere Produkte mit spezifischen Geometrien.

Der Galdabini-Ansatz ermöglicht es, das Prüfsystem durch Kombination von Maschine, Zubehör, Dehnungsmesssystemen und Software an die jeweilige Anwendung anzupassen. So lässt sich eine Lösung erstellen, die den Anforderungen des Prüflabors und dem in der Referenznorm vorgesehenen Prüfverfahren gerecht wird.

 

Die Rolle von Maschine, Extensometer und Software im ISO-6892-1-Prüfverfahren

Ein Zugversuch nach ISO 6892-1 ist das Ergebnis eines Systems, in dem mehrere Elemente zusammenwirken. Die Universalprüfmaschine erzeugt die Belastung, die Dehnungskraftmessdose misst deren Größe, das Extensometer erfasst die Verformung des Prüfkörpers und die Software steuert die Prüfung sowie die Datenverarbeitung. Die korrekte Konfiguration dieser Elemente ist entscheidend, um zuverlässige und normkonforme Ergebnisse zu erzielen.

Die Universalprüfmaschine

Die Universalprüfmaschine bildet die Struktur, in der der Test ausgeführt wird, und muss entsprechend den Anforderungen der Anwendung ausgewählt werden. Tragfähigkeit, verfügbarer Raum für den Prüfkörper, Einspannsysteme und Maschinenkonfiguration müssen dem Werkstoff und der Art der zu prüfenden Probe entsprechen.

Das Galdabini-Portfolio für Werkstoffprüfungen umfasst Maschinen mit unterschiedlichen Kapazitäten und Konfigurationen und ermöglicht damit Prüfungen von Proben, die relativ geringe Kräfte benötigen, bis hin zu Anwendungen an Metallen mit deutlich höheren Lasten. Für Zugprüfungen an metallischen Werkstoffen nennt Galdabini Lösungen im Bereich von 5 bis 1.200 kN.

Kraftaufnehmer und Kraftmessung

Während des Tests muss die auf den Prüfkörper wirkende Kraft präzise bekannt sein. Diese Aufgabe übernimmt die Kraftaufnehmerzelle, die die angewandte Kraft in ein vom Datenerfassungssystem messbares Signal umwandelt.

Die Genauigkeit der Kraftmessung ist wesentlich, da aus diesen Daten einige der wichtigsten mechanischen Kennwerte des Werkstoffs abgeleitet werden. Die Zelle muss daher dem Kraftbereich der Prüfung entsprechen und Teil eines korrekt verifizierten und kalibrierten Systems sein.

Das Extensometer und die Dehnungsmessung

Während die Kraftaufnehmerzelle Auskunft darüber gibt, welche Kraft angewendet wird, ermöglicht das Extensometer die Messung der dimensionalen Veränderungen des Prüfkörpers während der Prüfung. Erst in der Verknüpfung von Kraft und Dehnung lässt sich das mechanische Verhalten des Werkstoffs vollständig analysieren.

Es gibt jedoch nicht eine einzige Technologie, die für alle Proben geeignet ist. Die Wahl hängt von den Eigenschaften des Werkstoffs, der Geometrie und den zu ermittelnden Größen ab. Galdabini bietet unterschiedliche Extensometersysteme an und empfiehlt für besondere Anwendungen wie Prüfungen an sehr dünnen Metalldrähten auch den Einsatz von Video-Extensometern, die eine berührungslose Messung ermöglichen.

Geeignete Einspannsysteme für den Prüfkörper

Auch die Spannbacken spielen eine entscheidende Rolle. Der Prüfkörper muss während der gesamten Prüfung sicher gehalten werden, um ein Verrutschen oder Bedingungen zu vermeiden, die das Ergebnis verfälschen könnten.

Die Konfiguration variiert in Abhängigkeit vom geprüften Produkt. Drähte, Bleche, Stäbe und Rohre haben unterschiedliche Geometrien und können spezifische Einspannsysteme erfordern. Für Metalldrähte etwa beschreibt Galdabini verschiedene Lösungen, die auch darauf ausgelegt sind, das Durchrutschen des Prüfkörpers während der Zugbeanspruchung zu minimieren.

Die LabTest-Software für die Prüfsteuerung

Das System wird durch die Software vollständigiert. Die Universalprüfmaschinen von Galdabini nutzen LabTest, entwickelt zur Programmierung und Durchführung von Prüfungen, zur Überwachung der Ergebnisse und zur Verwaltung der erfassten Daten. Die Software ermöglicht zudem die Auswertung, Archivierung und Übertragung der während des Tests gewonnenen Informationen.

Die Integration von Maschine und Software erlaubt es, den gesamten Prozess zu verfolgen, von der Testkonfiguration bis zur Ergebnisanalyse. Dies ist bei standardisierten Prüfungen besonders wichtig: Es geht nicht nur darum, den Prüfkörper zum Bruch zu bringen, sondern die Prüfbedingungen zu kontrollieren und korrekt gemessene sowie interpretierbare Daten zu erhalten.

Für die Durchführung eines ISO-6892-1-Tests ist es daher sachgerechter, in Begriffen eines Prüfsystems zu denken: Universalprüfmaschine, Kraftmessung, Extensometrie, Einspannungen und Software müssen entsprechend dem Werkstoff, dem Prüfkörper und den zu bestimmenden mechanischen Kennwerten ausgewählt und konfiguriert werden.

 

Warum die ISO 6892-1 für Labore und die Industrie wichtig ist

Messwerte zu den mechanischen Eigenschaften eines Metalls sind nur dann nützlich, wenn sie mittels eines definierten und reproduzierbaren Verfahrens gewonnen wurden. Dies ist ein zentrales Anliegen der ISO 6892-1: Sie legt eine internationale Referenz für die Durchführung von Zugprüfungen an metallischen Werkstoffen bei Raumtemperatur fest und definiert das Verfahren, mit dem bestimmte mechanische Kennwerte bestimmt werden können.

Die Anwendung eines standardisierten Verfahrens ermöglicht es Laboren, Unternehmen und Forschungseinrichtungen, nach gemeinsamen Kriterien zu arbeiten. Das Prüfergebnis repräsentiert nicht lediglich das Verhalten einer einzelnen Probe, sondern stellt einen unter definierten Bedingungen gewonnenen Wert dar, der zur Charakterisierung und Bewertung des Werkstoffs verwendet werden kann.

Qualitätskontrolle metallischer Werkstoffe

Zugversuche können in Qualitätskontrollprozesse integriert werden, um die mechanischen Eigenschaften von Werkstoffen und Erzeugnissen zu überprüfen. Werte wie Zugfestigkeit, Strecken und Dehnung liefern Informationen über das Verhalten des Werkstoffs unter Last und können mit den für eine bestimmte Anwendung geforderten Anforderungen verglichen werden.

Diese Art der Prüfung kann Eingangswerkstoffe, Halbfertigprodukte oder für nachfolgende Produktionsschritte vorgesehene Erzeugnisse betreffen. Die Verfügbarkeit normkonformer Messergebnisse unterstützt die Kontrolle der Materialeigenschaften und die Identifizierung möglicher Abweichungen von den festgelegten Anforderungen.

Forschung, Entwicklung und Werkstoffcharakterisierung

Der Zugversuch ist auch ein wesentliches Instrument in Forschung und Entwicklung. Das Wissen um das mechanische Verhalten eines Werkstoffs ermöglicht den Vergleich unterschiedlicher Lösungen, die Untersuchung der Auswirkungen von Fertigungsprozessen und -behandlungen sowie das Sammeln von Daten, die bei der Entwicklung neuer Produkte hilfreich sind.

Für Labore, Universitäten und Forschungseinrichtungen ist es daher besonders wichtig, die Prüfmaschine in Abhängigkeit vom Werkstoff und der Probe konfigurieren zu können. Universalprüfmaschinen erlauben die Durchführung verschiedener Prüftypen durch Auswahl des geeigneten Zubehörs und der passenden Messsysteme, wodurch die Untersuchung unterschiedlicher Werkstoffe und Anwendungen möglich wird.

Vergleichbare Ergebnisse dank eines gemeinsamen Verfahrens

Einer der wichtigsten Vorteile einer internationalen Norm ist die Möglichkeit, eine gemeinsame technische Sprache zu definieren. Werden Prüfungen unter festgelegten Bedingungen durchgeführt, lassen sich die Ergebnisse unter Kenntnis des angewendeten Verfahrens interpretieren.

Dies ist besonders relevant in internationalen Wertschöpfungsketten, in denen Hersteller, Zulieferer, Kunden und Labore in verschiedenen Ländern ansässig sein können. Die ISO 6892-1 bietet eine gemeinsame Referenz für Zugprüfungen an metallischen Werkstoffen bei Raumtemperatur und trägt so zu einer kohärenteren Bestimmung mechanischer Kennwerte bei.

Die korrekte Konfiguration des Prüfsystems

Die Anwendung der Norm erfordert schließlich, dass die Ausrüstung für die zugehörige Prüfung geeignet ist. Werkstoff, Probengeometrie, benötigte Kapazität, Einspannsysteme und Extensometrie sind allesamt Aspekte, die bei der Konfiguration des Prüfsystems zu bewerten sind.

Hier zeigt sich der Nutzen der Verfügbarkeit konfigurierbarer Universalprüfmaschinen. Galdabini entwickelt Lösungen für Werkstoffprüfungen, die Maschine, Zubehör, Messsysteme und Software kombinieren und so die Identifikation der passendsten Konfiguration für den jeweiligen Test ermöglichen.

Die ISO 6892-1 ist daher weit mehr als eine technische Anweisung zur Durchführung eines Zugversuchs: Sie stellt eine gemeinsame Referenz dar, um die mechanischen Eigenschaften metallischer Werkstoffe standardisiert zu bestimmen und so Qualitätskontrollen, Charakterisierungen sowie Forschung und Entwicklung zu unterstützen.

 

ISO 6892-1 und andere Normen für Zugprüfungen an Metallen

Die ISO 6892-1 ist Teil einer Normenfamilie, die sich den Zugprüfungen an metallischen Werkstoffen widmet. Die Wahl der anzuwendenden Norm hängt von den Bedingungen ab, unter denen die Prüfung durchgeführt werden soll, vom Werkstoff, vom Produkt und von etwaigen technischen oder vertraglichen Anforderungen.

Die ISO 6892-1 bezieht sich konkret auf Prüfungen bei Raumtemperatur. Für Prüfungen bei anderen Temperaturen existieren weitere Teile der ISO-6892-Reihe, während in bestimmten industriellen Kontexten andere Normen, wie etwa ASTM E8/E8M, gefordert sein können.

Was ist der Unterschied zwischen ISO 6892-1 und ISO 6892-2?

Der Hauptunterschied betrifft die Temperatur, bei der die Prüfung durchgeführt wird.

  • Die ISO 6892-1:2019 definiert das Verfahren für Zugprüfungen an metallischen Werkstoffen bei Raumtemperatur. Dies ist die in diesem Beitrag behandelte Norm, deren aktuelle Fassung im Jahr 2025 von der ISO überprüft und bestätigt wurde.
  • Die ISO 6892-2 bezieht sich hingegen auf Zugprüfungen bei höheren Temperaturen als der Raumtemperatur. Sie dient der Charakterisierung des Verhaltens von Metallen, wenn die Prüfung Bedingungen mit höheren Temperaturen reproduzieren muss. Im August 2026 wurde die neue Ausgabe ISO 6892-2:2026 veröffentlicht, die die vorherige ISO 6892-2:2018 ersetzt.

Der Unterschied zwischen ISO 6892-1 und ISO 6892-2 besteht also nicht nur in der Anwendung zweier alternativer Verfahren für denselben Test: Es ändert sich eine der grundlegenden Randbedingungen der Prüfung, nämlich die Temperatur, bei der der Werkstoff charakterisiert wird.

Zugprüfungen bei niedrigen Temperaturen: ISO 6892-3

Die Serie umfasst auch die ISO 6892-3, die sich den Zugprüfungen von metallischen Werkstoffen bei niedrigen Temperaturen widmet. Die ISO 6892-3:2015 legt das Verfahren für Prüfungen bei Temperaturen zwischen +10 °C und -196 °C fest.

Die ISO-6892-Familie ermöglicht somit eine Unterscheidung der Prüfungen nach den thermischen Prüfbedingungen:

  1. ISO 6892-1: Zugprüfungen bei Raumtemperatur;
  2. ISO 6892-2: Zugprüfungen bei höheren Temperaturen als der Raumtemperatur;
  3. ISO 6892-3: Zugprüfungen bei niedrigen Temperaturen.

Die Prüftemperatur muss bereits bei der Ausstattungskonfiguration berücksichtigt werden. Prüfungen außerhalb der Raumtemperatur können nämlich spezielle Vorrichtungen erfordern, um den Prüfkörper während des Tests in den vorgesehenen Bedingungen zu halten.

ISO 6892-1 und ASTM E8/E8M: Was ist der Unterschied?

Ein weiterer häufig verwendeter Referenzstandard für Zugprüfungen an Metallen ist ASTM E8/E8M. Auch diese Norm bezieht sich auf Zugprüfungen an metallischen Werkstoffen bei Raumtemperatur und ermöglicht die Bestimmung von Eigenschaften wie Streckgrenze, Zugfestigkeit, Dehnung und Flächenreduzierung.

ISO 6892-1 und ASTM E8/E8M befassen sich somit mit demselben allgemeinen Bereich, sind jedoch nicht als austauschbare Normen zu betrachten. Es handelt sich um verschiedene Standards, die von unterschiedlichen Organisationen entwickelt wurden und jeweils eigene Anforderungen an die Prüfdurchführung, die Prüfkörper und die Ergebnisermittlung stellen.

Die Wahl zwischen ISO 6892-1, ASTM E8/E8M oder einer anderen Norm hängt daher nicht von der Präferenz des Bedieners ab, sondern von den für den Werkstoff, das Produkt, den Sektor und die konkrete Prüfaufgabe geltenden Anforderungen. Dies erklärt auch, weshalb eine Universalprüfmaschine für Metallprüfungen ein hohes Maß an Konfigurierbarkeit bieten muss. Die Möglichkeit, verschiedene Einspannsysteme, Extensometer, Zubehörteile und Prüfverfahren zu verwenden, erlaubt die Anpassung des Systems an unterschiedliche Normen und an die Merkmale der zu analysierenden Probe.

 

FAQ zur Norm ISO 6892-1

Auf welche Werkstoffe ist die ISO 6892-1 anwendbar?

Die Norm betrifft metallische Werkstoffe. Prüfungen können an Proben durchgeführt werden, die aus verschiedenen Produkten entnommen wurden, darunter Bleche und Platten, Stäbe, Querschnitte, Drähte, Rohre und Rohrleitungen. Die Geometrie des Produkts beeinflusst die Probenvorbereitung und die Konfiguration der Maschine, die für eine ordnungsgemäße Durchführung des Tests erforderlich ist.

Was ist der Unterschied zwischen ISO 6892-1 und ISO 6892-2?

Der wesentliche Unterschied ist die Prüftemperatur. Die ISO 6892-1 bezieht sich auf Zugprüfungen an metallischen Werkstoffen bei Raumtemperatur, während die ISO 6892-2 das Verfahren für Prüfungen bei höheren Temperaturen als der Raumtemperatur festlegt. 

Welche Maschine wird für einen Test nach ISO 6892-1 benötigt?

Es ist eine Universalprüfmaschine erforderlich, die entsprechend dem Werkstoff, der Geometrie und den Abmessungen des Prüfkörpers, den erwarteten Kräften und den zu bestimmenden Kennwerten konfiguriert ist. Die Maschine muss mit geeigneten Einspannsystemen und Messmitteln kombiniert werden. Für Zugprüfungen an Metallen bietet Galdabini Lösungen mit unterschiedlichen Lastkapazitäten an, sodass das System je nach Anwendung konfiguriert werden kann.

Wozu dient das Extensometer im ISO-6892-1-Test?

Das Extensometer wird verwendet, um die Dehnung des Prüfkörpers während des Zugversuchs zu messen. Diese Messung ist erforderlich, um spezifische mechanische Kennwerte des Werkstoffs zu bestimmen. Je nach Anwendung können unterschiedliche Technologien eingesetzt werden, einschließlich berührungsloser Systeme wie Video-Extensometer.

Kann die ISO 6892-1 für Zugprüfungen an Rohren verwendet werden?

Ja. Die ISO 6892-1 kann auch auf Proben angewendet werden, die aus Rohren und Rohrleitungen gewonnen wurden. Die besondere Geometrie des Produkts erfordert jedoch eine entsprechende Probenvorbereitung und geeignete Einspannsysteme. Je nach Eigenschaften des Rohres kann die Prüfung an einem Rohrabschnitt oder an einem aus dem Rohr entnommenen Prüfkörper durchgeführt werden.

Was ist der Unterschied zwischen ISO 6892-1 und ASTM E8/E8M?

Beide Normen behandeln Zugprüfungen an metallischen Werkstoffen bei Raumtemperatur, sind jedoch eigenständige Standards mit jeweils spezifischen Anforderungen an die Prüfdurchführung und die Bestimmung mechanischer Kennwerte. Sie sind daher nicht automatisch gleichzusetzen oder austauschbar. Die anzuwendende Norm richtet sich nach den technischen Vorgaben, dem Produkt und den Prüfanforderungen.

Welche Galdabini-Maschinen können Prüfungen nach ISO 6892-1 ausführen?

Galdabini stellt konfigurierbare Universalprüfmaschinen her, die für Zugprüfungen an metallischen Werkstoffen ausgelegt sind. Die Auswahl des Modells richtet sich insbesondere nach der benötigten Kraft, der Art und den Abmessungen des Prüfkörpers, den erforderlichen Einspannsystemen und dem Extensometriesystem. Daher ist es sachgerechter, die passende Konfiguration für die konkrete Prüfung zu identifizieren, anstatt die ISO 6892-1 pauschal allen Maschinen der Produktpalette zuzuschreiben.


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